11 Jul 2026
Oberlandesgericht Köln bestätigt Rückerstattungspflicht für Tipico bei illegalen Online-Glücksspielen

Das Oberlandesgericht Köln hat ein Urteil des Landgerichts Aachen bestätigt, wonach Tipico Games Limited einem Spieler Verluste in Höhe von rund 25.600 Euro aus dem Zeitraum 2014 bis 2020 vollständig erstatten muss, weil die zugrunde liegenden Verträge nach deutschem Recht nichtig sind.
Das Gericht stellte klar, dass Anbieter ohne deutsche Lizenz keine wirksamen Verträge abschließen können, sodass Spieler Ansprüche auf Rückzahlung geltend machen dürfen, während die absolute Verjährungsfrist von zehn Jahren für Verluste aus dem Jahr 2016 am 31. Dezember 2026 endet und Betroffene daher rechtzeitig handeln müssen.
Hintergründe des konkreten Falls
Im vorliegenden Verfahren ging es um Einsätze bei einem maltesischen Anbieter, der in Deutschland keine Erlaubnis für Online-Casino-Spiele besaß, und das Oberlandesgericht Köln wies die Berufung von Tipico zurück, weil die gesetzlichen Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags klare Verbote für solche Aktivitäten enthalten.
Das Gericht betonte, dass die Nichtigkeit der Verträge unabhängig von der Herkunft des Anbieters gilt und Spieler daher Erstattungen verlangen können, solange die Fristen noch laufen.
Verjährungsfristen und Handlungsbedarf bis Ende 2026
Die absolute zehnjährige Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche aus dem Jahr 2016 läuft am 31. Dezember 2026 ab, sodass Spieler, die in diesem Zeitraum Verluste erlitten haben, ihre Ansprüche bis dahin gerichtlich geltend machen müssen, um nicht endgültig ausgeschlossen zu sein.
Im Juli 2026 stehen Betroffene daher vor der Entscheidung, ob sie noch rechtzeitig Klage einreichen, weil danach nur noch Verluste aus späteren Jahren verfolgbar bleiben und die Frist für 2016 endgültig abgelaufen ist.

Das anhängige Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof
Parallel zum Kölner Urteil läuft das Verfahren C-440/23 vor dem Europäischen Gerichtshof, in dem die Vereinbarkeit der früheren deutschen Verbote für Online-Casinos mit EU-Recht geprüft wird, und ein Urteil könnte Auswirkungen auf laufende und zukünftige Rückforderungen haben.
Das Oberlandesgericht Köln entschied jedoch unabhängig von diesem Verfahren, dass die nationalen Vorschriften weiterhin Anwendung finden, bis der EuGH eine abweichende Bewertung trifft.
Rechtliche Konsequenzen für weitere Fälle
Das bestätigte Urteil schafft eine Grundlage für ähnliche Klagen, weil Gerichte in anderen Bundesländern die Nichtigkeit von Verträgen mit unlizenzierten Anbietern ebenfalls anerkennen und Spieler daher systematisch Erstattungen einfordern können, solange die jeweiligen Verjährungsfristen noch offen sind.
Beobachter verweisen darauf, dass die Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln die Position von Spielern stärkt, die zwischen 2014 und 2020 bei nicht lizenzierten Plattformen gespielt haben.
Fazit
Das Oberlandesgericht Köln hat mit seiner Entscheidung die Rückerstattungspflicht für Tipico Games Limited bestätigt und zugleich die Dringlichkeit für Spieler unterstrichen, bis zum 31. Dezember 2026 Ansprüche aus dem Jahr 2016 durchzusetzen, während das EuGH-Verfahren C-440/23 weitere Klarheit bringen könnte. Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln steht somit im Kontext einer breiteren rechtlichen Entwicklung, die Betroffene genau beobachten sollten.